Akute Alltagswunden Schnell passiert – richtig versorgt Mittwoch, 18. Feb., 2026 Ein Stolpern im Wohnzimmer. Ein Schnitt beim Rasieren. Die Haut reißt beim Umlagern ein. Akute Wunden gehören im Pflegealltag fast dazu. Sie entstehen plötzlich – und oft in Momenten, in denen ohnehin schon viel los ist. Dann geht es vor allem um eines: ruhig bleiben und Schritt für Schritt richtig handeln.Die gute Nachricht: Viele akute Wunden heilen gut, wenn sie sauber versorgt werden. Was sind akute Alltagswunden? Akute Alltagswunden entstehen durch eine äußere Einwirkung. Dazu gehören zum Beispiel: Sturzverletzungen (Schürfwunden, Platzwunden)Schnittwunden (z. B. durch Küchenmesser oder Rasierer)Risswunden (wenn dünne Haut einreißt) Im Unterschied zu chronischen Wunden ist die Ursache hier klar und einmalig. Ziel ist eine zügige, komplikationsfreie Heilung.Gerade bei älteren Menschen ist die Haut oft dünner und verletzlicher. Selbst kleine Kräfte können größere Wunden verursachen. Woran erkennt man akute Alltagswunden? Akute Wunden zeigen sich meist deutlich: Sichtbare HautverletzungBlutung (leicht bis stärker)SchmerzenSchwellung oder Rötung Wichtig ist einzuschätzen: Wie tief ist die Wunde?Wie stark blutet sie?Klaffen die Wundränder auseinander?Ist Schmutz in die Wunde gelangt? Nicht jede blutige Wunde ist automatisch schwerwiegend. Aber Tiefe und Größe spielen eine entscheidende Rolle. Typische Fehler Im ersten Moment reagieren viele aus dem Bauch heraus. Das ist menschlich. Trotzdem gibt es Dinge, die problematisch sein können: Wunde nicht gründlich reinigenHausmittel wie Puder oder ungeeignete Salben verwendenStarke Blutung unterschätzenTiefe oder klaffende Wunden nicht ärztlich zeigenAlte, verklebte Verbände gewaltsam entfernen Wundexperte Lars Kaland weist darauf hin: Gerade bei älteren Menschen können kleine Verletzungen schneller kompliziert verlaufen, wenn sie nicht sauber versorgt werden. Hygiene ist hier entscheidend. Was du als Angehöriger tun kannst Bei kleineren, oberflächlichen Wunden kannst du: Ruhe bewahrenHände gründlich reinigenDie Wunde vorsichtig mit sauberem Trinkwasser oder einer sterilen Kochsalzlösung spülen, um sichtbaren Schmutz zu entfernenOberflächliche Fremdkörper vorsichtig entfernenDie Wunde mit einer sterilen Kompresse abdecken ☝🏻 Wichtig: Tiefe, stark verschmutzte oder stark blutende Wunden sollten ärztlich versorgt werden. Beobachte die Wunde in den nächsten Tagen: Wird sie kleiner?Bleibt die Umgebung ruhig?Nimmt der Schmerz ab? Eine regelmäßige, kurze Dokumentation hilft, Veränderungen früh zu erkennen. Dabei kann dich zum Beispiel das Pflegetagebuch von fabel unterstützen. Wenn du dort Beobachtungen festhältst, lassen sich Entwicklungen besser nachvollziehen – auch im Gespräch mit Ärztinnen, Ärzten oder dem Pflegedienst. Wann solltest du einen Arzt aufsuchen? Ärztliche Abklärung ist wichtig, wenn: Die Wunde tief oder groß istDie Blutung nicht stopptDie Wundränder stark auseinanderklaffenMuskel, Fettgewebe oder Knochen sichtbar sindAnzeichen einer Infektion auftretenDie betroffene Person nicht gegen Tetanus geimpft ist oder der Impfstatus unklar ist Fazit Akute Alltagswunden entstehen meist plötzlich. Mit ruhigem Handeln, sauberer Versorgung und einem wachsamen Blick lassen sich die meisten gut begleiten. Entscheidend ist nicht, alles fehlerfrei zu machen – sondern aufmerksam zu bleiben und rechtzeitig zu reagieren. General/Icons/icon-arrow-left Postoperative Wunden Über den Autor: Lars Kaland ist examinierte Pflegefachkraft mit Schwerpunkt moderne Wundversorgung. Seine beruflichen Wurzeln liegen in der Praxis – mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit chronischen und komplexen Wunden. Für fabel begleitet er den Themenbereich „Wunde“ als fachlicher Experte und bringt sein Wissen in die Inhalte ein. Sein Anspruch: qualitätsgesicherte Versorgung, Verlässlichkeit und individuelle Begleitung auf Augenhöhe. Mehr über seine Arbeit erfährst du beim Wundinstitut.
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