Akute Alltagswunden: Schnell passiert – richtig versorgt | fabel

Akute Alltagswunden Schnell passiert – richtig versorgt

Ein Stolpern im Wohnzimmer. Ein Schnitt beim Rasieren. Die Haut reißt beim Umlagern ein.

Akute Wunden gehören im Pflegealltag fast dazu. Sie entstehen plötzlich – und oft in Momenten, in denen ohnehin schon viel los ist. Dann geht es vor allem um eines: ruhig bleiben und Schritt für Schritt richtig handeln.

Die gute Nachricht: Viele akute Wunden heilen gut, wenn sie sauber versorgt werden.

Was sind akute Alltagswunden?

Akute Alltagswunden entstehen durch eine äußere Einwirkung. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Sturzverletzungen (Schürfwunden, Platzwunden)
  • Schnittwunden (z. B. durch Küchenmesser oder Rasierer)
  • Risswunden (wenn dünne Haut einreißt)

Im Unterschied zu chronischen Wunden ist die Ursache hier klar und einmalig. Ziel ist eine zügige, komplikationsfreie Heilung.

Gerade bei älteren Menschen ist die Haut oft dünner und verletzlicher. Selbst kleine Kräfte können größere Wunden verursachen.

Woran erkennt man akute Alltagswunden?

Akute Wunden zeigen sich meist deutlich:

  • Sichtbare Hautverletzung
  • Blutung (leicht bis stärker)
  • Schmerzen
  • Schwellung oder Rötung

Wichtig ist einzuschätzen:

  • Wie tief ist die Wunde?
  • Wie stark blutet sie?
  • Klaffen die Wundränder auseinander?
  • Ist Schmutz in die Wunde gelangt?

Nicht jede blutige Wunde ist automatisch schwerwiegend. Aber Tiefe und Größe spielen eine entscheidende Rolle.

Typische Fehler

Im ersten Moment reagieren viele aus dem Bauch heraus. Das ist menschlich. Trotzdem gibt es Dinge, die problematisch sein können:

  • Wunde nicht gründlich reinigen
  • Hausmittel wie Puder oder ungeeignete Salben verwenden
  • Starke Blutung unterschätzen
  • Tiefe oder klaffende Wunden nicht ärztlich zeigen
  • Alte, verklebte Verbände gewaltsam entfernen

Wundexperte Lars Kaland weist darauf hin: Gerade bei älteren Menschen können kleine Verletzungen schneller kompliziert verlaufen, wenn sie nicht sauber versorgt werden. Hygiene ist hier entscheidend.

Was du als Angehöriger tun kannst

Bei kleineren, oberflächlichen Wunden kannst du:

  • Ruhe bewahren
  • Hände gründlich reinigen
  • Die Wunde vorsichtig mit sauberem Trinkwasser oder einer sterilen Kochsalzlösung spülen, um sichtbaren Schmutz zu entfernen
  • Oberflächliche Fremdkörper vorsichtig entfernen
  • Die Wunde mit einer sterilen Kompresse abdecken

☝🏻

Wichtig: Tiefe, stark verschmutzte oder stark blutende Wunden sollten ärztlich versorgt werden.

Beobachte die Wunde in den nächsten Tagen:

  • Wird sie kleiner?
  • Bleibt die Umgebung ruhig?
  • Nimmt der Schmerz ab?

Eine regelmäßige, kurze Dokumentation hilft, Veränderungen früh zu erkennen. Dabei kann dich zum Beispiel das Pflegetagebuch von fabel unterstützen. Wenn du dort Beobachtungen festhältst, lassen sich Entwicklungen besser nachvollziehen – auch im Gespräch mit Ärztinnen, Ärzten oder dem Pflegedienst.

Wann solltest du einen Arzt aufsuchen?

Ärztliche Abklärung ist wichtig, wenn:

  • Die Wunde tief oder groß ist
  • Die Blutung nicht stoppt
  • Die Wundränder stark auseinanderklaffen
  • Muskel, Fettgewebe oder Knochen sichtbar sind
  • Anzeichen einer Infektion auftreten
  • Die betroffene Person nicht gegen Tetanus geimpft ist oder der Impfstatus unklar ist

Fazit

Akute Alltagswunden entstehen meist plötzlich. Mit ruhigem Handeln, sauberer Versorgung und einem wachsamen Blick lassen sich die meisten gut begleiten. Entscheidend ist nicht, alles fehlerfrei zu machen – sondern aufmerksam zu bleiben und rechtzeitig zu reagieren.

Über den Autor:

Lars Kaland ist examinierte Pflegefachkraft mit Schwerpunkt moderne Wundversorgung. Seine beruflichen Wurzeln liegen in der Praxis – mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit chronischen und komplexen Wunden.

Für fabel begleitet er den Themenbereich „Wunde“ als fachlicher Experte und bringt sein Wissen in die Inhalte ein. Sein Anspruch: qualitätsgesicherte Versorgung, Verlässlichkeit und individuelle Begleitung auf Augenhöhe.

Mehr über seine Arbeit erfährst du beim Wundinstitut.

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